
Bald kehren wir mit The Knave and the Moon ins Stonewater Kingdom zurück und wenn es euch wie uns geht, ist seit The Knight and the Moth einiges im Gedächtnis ein bisschen verschwommen. Wer waren noch einmal die Omen? Was hatte es mit den steinernen Artefakten auf sich? Was ist wirklich mit Sybils Schwestern passiert? Und warum sollten bei Benji spätestens seit dem Ende von Band 1 sämtliche Alarmglocken schrillen?
Bevor es weitergeht, frischen wir deshalb noch einmal gemeinsam unser Gedächtnis auf und schauen uns an, was in The Knight and the Moth passiert ist. Und weil Sybils Reise sie einmal quer durch Traum führt, könnt ihr das Königreich auf unserer interaktiven Karte auch noch einmal selbst erkunden.
Als wir Sybil Delling kennenlernen, heißt sie eigentlich gar nicht mehr Sybil, sondern schlicht Sechs. Gemeinsam mit fünf weiteren jungen Frauen lebt sie als Weissagerin in der Kathedrale von Aisling. Als Findelkinder haben sie dort ein Zuhause gefunden, dafür aber ihre Namen und einen großen Teil ihrer Freiheit aufgegeben. Zehn Jahre lang sollen sie der Äbtissin dienen, bevor sie die Kathedrale verlassen und ihr eigenes Leben beginnen dürfen.
Ihre Aufgabe besteht darin, den Menschen von Traum die Zukunft vorherzusagen. Dafür werden die Weissagerinnen in einer heiligen Quelle ertränkt und empfangen während ihrer Bewusstlosigkeit Visionen, die sie als Botschaften der Omen deuten. Sybil hat fast zehn Jahre auf diese Weise verbracht und glaubt fest an die Omen und an die Aufgabe, die die Äbtissin ihr gegeben hat.
Kurz vor dem Ende ihrer Dienstzeit kommt der junge König Benedict, von seinen Freunden Benji genannt, gemeinsam mit seinen Rittern nach Aisling. Unter ihnen befindet sich Rodrick „Rory“ Myndacious, der Sybil mit seiner spöttischen Art ziemlich schnell auf die Nerven geht. Rory hält wenig von Weissagungen und noch weniger von den Omen, die Sybil ihr ganzes Leben lang verehrt hat.
Als Sybil für Benji eine Weissagung durchführt, sieht sie fünf Gegenstände: eine Münze, ein Tintenfass, ein Ruder, ein Windspiel und ein Webgewicht. Sie gehören zu den fünf bekannten Omen von Traum und werden zum Ausgangspunkt einer Reise, die Sybil schließlich durch das gesamte Königreich führen wird.
Im Glauben der Menschen von Traum stehen sechs Omen im Zentrum. Fünf von ihnen werden mit einem Weiler und einem steinernen Gegenstand verbunden. Über das sechste Omen, die Motte, ist dagegen kaum etwas bekannt.
Der Fintenreiche Bandit – Münze Der Fintenreiche Bandit wird mit Coulsons Markt verbunden. Sein Gegenstand ist eine steinerne Münze, die über besondere Kräfte verfügt.
Der Gepeinigte Schreiber – Tintenfass Der Gepeinigte Schreiber gehört zur Seacht und wird durch ein steinernes Tintenfass repräsentiert.
Der Eifrige Ruderer – Ruder In den glühenden Gipfeln wird der Eifrige Ruderer verehrt, dessen steinernes Ruder zu den Gegenständen gehört, die Sybil in ihrer Vision sieht.
Die Getreue Försterin – Windspiel Die Getreue Försterin ist mit dem Klingenden Wald verbunden. Zu ihr gehört ein steinernes Windspiel.
Die Gramvolle Weberin – Webgewicht An den Klippen von Bellidine befindet sich die Gramvolle Weberin. Ihr Gegenstand ist ein steinernes Webgewicht.
Die Motte – ??? Über das sechste Omen wissen selbst die Weissagerinnen nur wenig. Anders als die anderen fünf besitzt die Motte keinen bekannten Ort oder Gegenstand und bleibt für Sybil lange ein Rätsel.
Doch das Bild, das Sybil von den Omen hat, beginnt schon bald zu bröckeln.
Eigentlich steht für Sybil und ihre Schwestern die Freiheit kurz bevor. Nach zehn Jahren Dienst sollen sie Aisling verlassen dürfen, doch kurz vor diesem Tag verschwinden die Weissagerinnen plötzlich eine nach der anderen. Die Erklärungen der Äbtissin überzeugen Sybil immer weniger und als schließlich auch Eins verschwindet, beschließt sie, selbst herauszufinden, was mit ihren Schwestern geschehen ist.
Ausgerechnet Rory wird dabei zu einem ihrer wichtigsten Verbündeten. Mit seiner Hilfe verlässt Sybil Aisling und schließt sich Benji und dessen Ritterin Maude an. Begleitet wird sie außerdem von einem Gargoyle aus der Kathedrale, der schon lange ihr Gefährte ist. Wir lieben ihn!
Außerhalb von Aisling erfährt Sybil schnell, dass Benji und Rory nicht zufällig im Königreich unterwegs sind. Benjis Großvater hatte sich intensiv mit den Omen beschäftigt und war zu der Überzeugung gelangt, dass sie keine unsterblichen Götter sind. Benji möchte seine Nachforschungen fortsetzen und die fünf steinernen Gegenstände an sich bringen. Rory hat bereits bewiesen, dass das möglich ist: Er hat den Fintenreichen Banditen getötet und besitzt dessen Münze.
Für Sybil steht damit alles infrage, was sie bisher für selbstverständlich gehalten hat. Trotzdem schließt sie sich der Suche an, denn sie hofft, auf diesem Weg auch herauszufinden, was mit ihren Schwestern passiert ist.
Die erste gemeinsame Station ist die Seacht, wo die Gruppe nach dem Gepeinigten Schreiber und seinem Tintenfass sucht. Als sie ihn schließlich finden, stellt er ihnen ein Wissensduell. Sie müssen seine Fragen beantworten und anschließend selbst etwas fragen, das er nicht weiß.
Sybil stellt ihm ausgerechnet die Frage nach ihrem eigenen Namen. Der Schreiber kennt die Antwort nicht und damit gewinnt die Gruppe die Herausforderung. Trotzdem weigert er sich, ihnen sein Tintenfass zu überlassen und greift sie an. Während der Auseinandersetzung kommt er mit Sybils Blut in Berührung und erkennt darin das Wasser der Quelle von Aisling. Rory gelingt es schließlich, ihn zu töten.
Damit erhält Sybil zum ersten Mal einen handfesten Beweis dafür, dass die Wesen, die sie ihr ganzes Leben als Götter verehrt hat, tatsächlich sterben können. Gleichzeitig wirft die Reaktion des Schreibers eine neue Frage auf: Warum befindet sich das Wasser aus Aislings Quelle in ihrem Blut?
Auf der Suche nach dem nächsten Gegenstand reist die Gruppe weiter zu den glühenden Gipfeln, wo Sybil dem Eifrigen Ruderer gegenübertreten muss. Da dieser darauf besteht, gegen sie zu kämpfen, bringen Rory, Maude und der Gargoyle ihr bei, sich selbst zu verteidigen. Sybil tritt schließlich mit Hammer und Meißel gegen ihn an, also ausgerechnet mit den Werkzeugen, mit denen sie bereits in Aisling gearbeitet hat.
Während des Kampfes beißt der Ruderer Sybil und trinkt ihr Blut. Dabei bestätigt er, dass die Omen das Wasser aus Aislings Quelle benötigen und dieses über das Blut der Weissagerinnen bekommen.
Noch schlimmer ist jedoch eine andere Wahrheit, die er ihr verrät: Sybils verschwundene Schwestern sind tot.
Nachdem Sybil den Ruderer besiegt hat, stürzt sie ins Wasser und entkommt selbst nur knapp dem Tod. Als sie später im klingenden Wald wieder zu sich kommt, entdeckt sie in den Aufzeichnungen von Benjis Großvater Hinweise darauf, dass noch nie jemand eine Weissagerin nach dem Ende ihrer zehnjährigen Dienstzeit gesehen hat. Benji wusste also zumindest, dass mit ihrem angeblichen Leben nach Aisling etwas nicht stimmen konnte.
Für Sybil ist das ein weiterer Vertrauensbruch. Sie zieht sich in den Wald zurück, wo Rory sie schließlich findet, und beginnt dort, sich etwas zurückzuholen, das ihr die Äbtissin genommen hat. Zum ersten Mal seit Jahren nennt sie wieder ihren richtigen Namen: Sybil Delling.
Im klingenden Wald sucht die Gruppe nach dem Windspiel der Getreuen Försterin, die zu diesem Zeitpunkt bereits tot ist. Während einer Zeremonie erkennt Sybil das gesuchte Windspiel, doch die Situation eskaliert, als Birklinge angreifen. Die gefährlichen Baum-Anderwesen haben es auf die Augen der Menschen abgesehen und Maude wird bei der Auseinandersetzung schwer verletzt.
Sie erholt sich jedoch und schlägt anschließend vor, Sybil zur Ritterin zu machen. Benji stimmt zu und Sybil erhält ihre eigene Rüstung. Nach einem Leben, in dem andere über ihren Namen, ihre Kleidung und ihre Aufgabe entschieden haben, beginnt sie damit immer stärker, selbst zu bestimmen, wer sie sein möchte.
Auch Rory ist inzwischen längst mehr als nur der ketzerische Ritter, mit dem sie sich ständig gestritten hat. Die beiden kommen sich auf ihrer Reise immer näher und Sybil entscheidet sich schließlich, ihm ihr Gesicht vollständig zu zeigen. Sie nimmt ihren Schleier ab und zeigt ihm sein Gesicht, was zuvor noch niemand sehen durfte. Die beiden verbindet nun etwas Besonderes, und sie kommen sich näher.
Als Sybil sich danach zum ersten Mal selbst in einem Spiegel betrachtet, macht sie allerdings eine beunruhigende Entdeckung: Ihre Augen sind aus Stein und sehen damit genauso aus wie die Augen der Omen.
Die letzte Station der Suche führt die Gruppe zu den Klippen von Bellidine und zur Gramvollen Weberin. In einer unterirdischen Höhle findet Sybil nicht nur das Omen, sondern auch den Leichnam von Eins.
Von der Weberin erfährt sie schließlich, wie die Omen wirklich entstanden sind. Sie waren ursprünglich keine Götter, sondern Menschen. Fünf Handwerker kamen einst zur Quelle und starben bei einem Kampf um die Herrschaft über Traum. Die Äbtissin gab ihnen Wasser aus der Quelle und erweckte sie dadurch wieder zum Leben. Als sie erwachten, hatten sie steinerne Augen und keine Erinnerung mehr an ihr vorheriges Leben. Die Äbtissin überzeugte sie davon, dass sie Götter seien, und fertigte für sie die fünf steinernen Gegenstände an.
Das Wasser hatte ihnen zwar ein scheinbar unendliches Leben geschenkt, sie waren jedoch weiterhin darauf angewiesen. Als die Äbtissin begann, ihnen den direkten Zugang zur Quelle zu verwehren, wurden stattdessen die Weissagerinnen zu ihrer Versorgung benutzt. Das Wasser, in dem sie über Jahre hinweg immer wieder ertränkt wurden, befand sich auch in ihrem Blut. Alle zehn Jahre wurden deshalb fünf Weissagerinnen getötet und den Omen übergeben.
Die Weberin selbst möchte dieses Leben nicht länger führen und bittet Sybil darum, sie zu töten. Bevor Sybil ihren Wunsch erfüllt, erfährt sie noch, dass das Webgewicht wieder bei Aisling ist. Außerdem nennt die Weberin den Namen des ersten Weissagers: Bartholomew.
Damit wird klar, wer Sybils steinerner Begleiter wirklich ist. Der Gargoyle, der sie auf ihrer Reise begleitet hat, ist Bartholomew, der erste Weissager.
Auch er war ein Findelkind und starb, bevor die Äbtissin ihn mithilfe des Quellwassers wieder zum Leben erweckte. Anschließend zwang sie ihn immer wieder in die Quelle und manipulierte dort seine Träume. Die vermeintlichen Botschaften der Omen waren damit von Anfang an keine göttlichen Prophezeiungen, sondern Bilder, die die Äbtissin selbst erschaffen hatte.
Als Bartholomew sich irgendwann weigerte, weiterzumachen, entzog sie ihm das Wasser. Statt zu sterben, verwandelte er sich vollständig in Stein. Danach wurde er dazu gezwungen, weitere sterbende oder tote Findelkinder nach Aisling zu bringen, aus denen die nächsten Generationen von Weissagerinnen entstanden.
Damit versteht Sybil auch, welches Schicksal für sie vorgesehen war. Von den sechs Weissagerinnen eines Jahrgangs wurden fünf den Omen geopfert. Die sechste sollte schließlich selbst zu einem Gargoyle werden.
Ihre zehn Jahre in Aisling hätten also niemals mit der versprochenen Freiheit geendet.
Sybil, Rory, Maude, Benji und Bartholomew kehren gemeinsam nach Aisling zurück, denn inzwischen wissen sie, dass dort die letzte Antwort auf sie wartet. Das sechste Omen, die geheimnisvolle Motte, war die ganze Zeit näher, als Sybil gedacht hatte: Die Äbtissin selbst ist die Motte.
Unter ihrem Schleier verbirgt sich mittlerweile ein vollständig versteinerter Körper und auch das Webgewicht befindet sich in ihrem Besitz. Es kommt zum Kampf, bei dem die Äbtissin versucht, Sybil erneut in der Quelle zu ertränken, während die anderen gegen ihre Gargoyles kämpfen.
Dieses Mal kann Sybil sich jedoch gegen die Frau behaupten, die fast ihr gesamtes Leben kontrolliert hat. Mithilfe von Hammer und Meißel zerstört sie ihren steinernen Körper. Gemeinsam mit Rory, Maude und Bartholomew beginnt sie anschließend, die Kathedrale und damit das System zu zerstören, das über Generationen hinweg Findelkinder für seine Zwecke benutzt hat.
Nach allem, was Sybil erfahren hat, scheint damit endlich die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben vor ihr zu liegen. Dabei hat sie allerdings Benji unterschätzt.
Benji hat von Beginn an seine eigenen Pläne verfolgt. Nachdem die Äbtissin besiegt ist, greift er Rory an und nimmt die Münze des Fintenreichen Banditen an sich. Auch Bartholomew wird schwer verletzt.
Mit dem Tod der Omen und der Zerstörung der Aisling-Kathedrale ist schließlich auch der Glaube ins Wanken geraten, auf dem ein großer Teil des Königreichs aufgebaut war. Benji möchte dieses Machtvakuum für seine Herrschaft nutzen und Sybil spielt dabei eine entscheidende Rolle. Für die Menschen von Traum ist sie weiterhin eine Weissagerin und damit jemand, der angeblich mit den Omen verbunden ist und die Zukunft sehen kann.
Benji stellt Sybil deshalb vor eine Wahl: Wenn sie seine Königin wird, dürfen Rory, Maude und Bartholomew gehen. Weigert sie sich, wird er ihnen die Zerstörung der Omen und Aislings anhängen und sie hinrichten lassen.
Um die Menschen zu retten, die ihr inzwischen am nächsten stehen, stimmt Sybil zu. Maude bringt den schwer verletzten Rory und Bartholomew fort, während Sybil bei Benji zurückbleibt.
Am Ende von The Knight and the Moth kennt Sybil endlich die Wahrheit über Aisling, die Omen und das Schicksal ihrer Schwestern. Sie weiß, dass ihre Visionen manipuliert wurden und dass der Glaube, der Traum über Generationen geprägt hat, auf einer Geschichte beruht, die Aisling selbst erschaffen hat.
Gleichzeitig hat Sybil im Laufe ihrer Reise ihren eigenen Namen zurückgefordert, sich für ein Leben außerhalb ihrer Rolle als Weissagerin entschieden und in Rory einen Menschen gefunden, dem sie vertraut. Doch genau in dem Moment, in dem sie glaubt, ihr Schicksal endlich selbst bestimmen zu können, nimmt Benji ihr diese Freiheit erneut. Und fraglich ist, was jetzt mit Rory, Maude und Bartholomew geschieht…
Rory ist schwer verletzt und gemeinsam mit Maude und Bartholomew auf der Flucht. Benji besitzt die steinernen Gegenstände der Omen und will Sybil als letzte Weissagerin und zukünftige Königin nutzen, um seine eigene Herrschaft zu stärken. Die Menschen von Traum kennen die Wahrheit über die Omen noch immer nicht und Sybil befindet sich nun direkt an der Seite des Mannes, der verhindern will, dass sie sie erfahren.
Und genau hier geht es mit The Knave and the Moon weiter. 👀 Ready für mehr Emotional Damage?
Die Geschichte mag in Stein gemeißelt sein, doch die Zukunft wächst in diesen Rissen
Endlich geht es weiter mit der Stonewater-Kingdom-Reihe! Wer nach dem Ende von The Knight and the Moth sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet hat, darf sich den September schon einmal markieren. Rachel Gillig entführt uns erneut in ihre düstere, atmosphärische Welt voller Visionen, Geheimnisse und Figuren, die uns einfach nicht loslassen wollen.
Nach den dramatischen Ereignissen des ersten Bandes liegt die Welt von Sybil in Trümmern. Doch anstatt sich ihrem Schicksal zu ergeben, ist sie fest entschlossen, den König zu stürzen. Als bei einer Reihe gefährlicher Turniere ein geheimnisvoller Krieger ohne Erinnerungen auftaucht, erkennt sie in ihm möglicherweise den Schlüssel zur Rettung des Reiches. Während sich neue Gefahren entwickeln und alte Wahrheiten ans Licht kommen, muss Sybil herausfinden, wem sie vertrauen kann und welche Rolle sie selbst in all dem spielt. Dabei enthüllen ihre Visionen uralte Wahrheiten, die das Königreich Traum für immer verändern könnten.

Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.
