
Die ersten warmen Tage sind da, und man hat das Gefühl, alle schmieden Sommerpläne, sind jeden Tag unterwegs und Social Media wird überhäuft mit „Things to do this summer“-Listen. Während gefühlt jede Person draußen unterwegs ist, kommt manchmal dieses unangenehme Gefühl auf, den Sommer und das gute Wetter nicht richtig zu nutzen. Sunshine Guilt beschreibt das schlechte Gewissen, das entsteht, wenn man das Gefühl hat, jeden sonnigen Tag maximal auskosten zu müssen. Bloß nichts verpassen, bloß nicht zuhause sitzen und bloß nicht „langweilig“ sein. Social Media verstärkt dieses Gefühl oft noch. Dabei vergisst man schnell, dass Sommer nicht automatisch bedeutet, ständig etwas erleben zu müssen. Nicht jeder warme Tag muss komplett durchgeplant sein und nicht jede freie Minute braucht ein Event.
Der Wert deiner freien Zeit misst sich nicht daran, wie viel du vorhattest, sondern ob du deine Zeit mit Dingen verbringst, die dir Spaß machen oder die sich für dich gut anfühlen. Etwas nur aus sozialem Druck unternehmen zu wollen ruft genau nur das hervor: Druck und Stress. Wenn du dich bei dem Gedanken ertappst, dass du zu unproduktiv oder zu faul bist: Leg dein Handy weg und versuche, deine Gedanken einzuordnen! Manche tanken Energie unterwegs mit anderen Menschen, andere brauchen Ruhe, ihre eigenen vier Wände und vielleicht einfach nur Zeit mit einer Geschichte, in der sie komplett versinken können. Und manchmal ist das Schönste, was man machen kann, einfach ein kleines Reading Date mit sich selbst.
Die Sonne scheint, ob du nun draußen bist oder nicht. Wenn du die Strahlen genießen möchtest, musst du dafür keine großen Pläne schmieden. Schnapp dir dein liebstes Buch, ein leckeres Spaßgetränk und Snacks, die für dich nicht fehlen dürfen, und setze dich damit für einen Augenblick auf den Balkon, in den Garten (wer ihn hat) oder in den nächsten Park. Du kannst auch einfach eine Runde mit einem guten Hörbuch spazieren gehen, oder dir, wenn es dir draußen zu viel ist, zuhause am offenen Fenster eine gemütliche Ecke einrichten, während draußen die Vögel zwitschern. Es ist auch völlig okay, die Vorhänge zuzuziehen und die laute Welt auszusperren, wenn dir danach ist. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch, kein TBR, den du abarbeiten musst und auch kein Leseziel, was du bis Ende des Tages zu erledigen hast. Selbst wenn du nur ein paar Seiten schaffst, nur deine liebsten Zitate aufs Neue liest oder das Buch nach wenigen Minuten gegen ein anderes auf deinem Stapel austauscht, ist das nicht weniger "produktiv" und du musst niemandem etwas beweisen!
Vielleicht hilft dir vor dem nächsten spontanen Plan ja eine ganz kleine Checkliste mit Fragen, die du für dich beantworten kannst:
Habe ich gerade wirklich Lust darauf?
Würde mich dasselbe schlechte Gewissen plagen, wenn schlechtes Wetter wäre?
Habe ich gerade überhaupt Lust auf Gesellschaft oder einfach nur FOMO?
Was würde ich jetzt tun, wenn ich alles machen könnte?
Muss dieser Sommertag wirklich „besonders“ sein, um schön zu sein?
Was brauchen mein Körper und Geist jetzt gerade?
...auf sich zu achten ist noch viel schöner. Dafür reicht oft schon ein gutes Buch und ein Moment nur für sich selbst. 💕

Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.