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      Abbildung Im Gespräch mit Ann-Kathrin Hinz: Alles rund ums Hörbuch-Sprechen!

      Im Gespräch mit Ann-Kathrin Hinz: Alles rund ums Hörbuch-Sprechen!

      Erinnerst du dich noch an dein erstes Hörbuch bei LYX? Welches war das und ist dir da etwas Besonderes im Gedächtnis geblieben? Auf jeden Fall erinnere ich mich daran! Das erste Hörbuch für LYX war "Lessons in Forgiving" von Selina Mae. Ich mochte den Humor der Geschichte sofort und hatte großen Spaß daran, die durchsetzungsstarke und quirlige Protagonistin Paula zum Leben zu erwecken. Mir ist vor allem die gute Stimmung im Tonstudio während der Aufnahmen und drum herum in Erinnerung geblieben. Ich habe dort das erste Mal, jenseits von E-Mails, Gesichter zu den Menschen bei LYX bekommen und alle waren unglaublich nett! Das hat meine ersten Aufnahmetage hinter der berühmten blauen Tür des Tonstudios wirklich ganz besonders schön gemacht. Mittlerweile besitze ich sogar ein von Selina Mae signiertes Exemplar des Buches in meinem Bücherschrank, das mich immer an dieses erste Projekt erinnert. Hörst du dir deine eigenen Hörbücher nochmal an, sobald sie fertig sind? Tatsächlich nicht. Wenn Zeit ist, mache ich gerne so etwas wie eine Qualitätskontrolle. Ich höre mir dann auszugsweise ein paar Stellen aus meinen Hörbüchern an, um meine Leistung einzuschätzen und mich eventuell noch irgendwo verbessern zu können. Das zählt für mich aber zur Arbeit. In meiner Freizeit höre ich eher Geschichten, die von anderen Menschen und mittlerweile teils sogar von sehr liebgewonnenen Bekanntschaften aus der Branche gesprochen wurden. Das ist wirklich ein ganz tolles Erlebnis und fühlt sich manchmal wie eine extra lange Sprachnachricht von Freunden an. Gibt es ein LYX-Hörbuch, das dir besonders nahe gegangen ist und warum? Nahe gegangen im Sinne von "Oh mein Gott, es war so spannend, ich war so voll dabei!" - Ja! Und zwar war das definitiv "Bitten" von Jordan Stephanie Gray. Ich weiß noch, dass ich bei der Vorbereitung zu diesem Hörbuch im Frühjahr 2025 auf meinem Balkon saß und dachte: "Cool, das gibt mir voll die Twilight-Vibes" und im Tonstudio gab es dann kein Halten. Dieses Buch ist so voller Action und Emotionen, dass mich die POV der Protagonistin beim Erzählen gepackt, mitgerissen und nicht mehr losgelassen hat. Diese Geschichte zu erzählen hat wirklich ganz besonders viel Spaß gemacht und war so atmosphärisch, dass sich die Szenen für mich teils so angefühlt haben, als wäre ich wirklich gerade live dabei, wie ich vor Werwölfen fliehe und um meine beste Freundin bange. Hast du ein LYX-Lieblingshörbuch von dir? Wenn ja, welches? Nach meiner begeisterten Antwort auf die vorangegangene Frage vermutlich keine Überraschung: "Bitten" von Jordan Stephanie Gray. Wie gehst du mit emotional intensiven Szenen um? Gute Frage! Schwer eindeutig zu beantworten. Grundsätzlich ist mein Ansatz, aus meinem Schauspiel-Background heraus: Ich erzähle die Geschichte, also kontrolliere ich die Emotionen, die ich transportiere. Ich beeinflusse, ob der Text in meiner Lesung heiter, traurig oder beispielsweise wütend gefärbt ist und habe darüber als Erzählerin - eine Position, in welcher ich ja eine große Verantwortung trage - immer den Überblick. Im besten Falle spült mich eine Emotion nicht davon, sondern ich nehme sie wahr und nutze sie, um die Geschichte authentisch zum Leben zu erwecken. Das Gleiche gilt für mich auf der Bühne, im Film oder bei Synchronisationen. Aber ich wähle hier bewusst die Formulierung "im besten Fall", denn es ist mir auch schon passiert, dass mir eine Erzählung SO UNFASSBAR nahe gegangen ist, dass ich die Tränen im Studio nicht zurückhalten konnte. Ich mache, wenn die Emotionen mich übermannen, an solchen Stellen dann eine kleine Pause und versuche mich wieder zu fangen, denn eine Erzählung die bewegt, ist meiner Meinung nach das Tollste was es gibt, ein zu bewegter Erzähler/eine zu bewegte Erzählerin jedoch nicht. Aber das ist nur meine Auffassung davon. Besonders froh bin ich auf jeden Fall über die Menschen, mit denen man im Tonstudio bei den Aufnahmen zusammenarbeitet und die mit einem auch schon mal gemeinsam ein Tränchen verdrücken! Wie bereitest du dich auf ein neues Hörbuch vor, bevor du ins Studio gehst? Sehr gründlich. Ich lese die Geschichte mindestens einmal vorab und mache mir Notizen im Skript. Diese beinhalten alles Mögliche, z. B. markiere ich, wer genau spricht in unterschiedlichen Farben, oder wann ich die Stimme hebe und wann senke, an welchen Stellen ich auf keinen Fall absetzen darf, um Luft zu holen, damit die Sinnhaftigkeit des Satzes nicht verloren geht. Außerdem notiere ich, wenn mir Wörter neu sind, ihre Bedeutung und natürlich ihre Aussprache, oder mache mir für letzteres eine kleine Sprachnotiz, um sie im Studio abspielen zu können. Mein Lieblingsteil in der Vorbereitung ist immer, wenn ich mir für die Stimmung der Charaktere in einer wörtlichen Rede kleine Smileys mit der passenden Emotion zum Satz daneben male. :) Wie findest du die richtige Stimme für die Figuren, besonders bei Dialogen? Das kommt meistens ganz von allein. Oft werden die Charaktere ja in der Geschichte an irgendeiner Stelle beschrieben. Diese Beschreibungen sammle ich raus und weiß dann meist ziemlich schnell, wie die Stimme für mich klingen soll. Für den Feinschliff in der Sprache laufe ich aber auch schon mal mit mir selbst redend durch meine Wohnung, oder führe auf der Autofahrt zum Tonstudio rege Selbstgespräche in Character, um mir die unterschiedlichen Stimmen kurz vor der Aufnahmen noch mal genau in den Kopf zu rufen, damit auch bei Dialogen ganz klar ist, wer gerade das Wort hat. Was braucht es für dich, damit eine Aufnahme richtig gut läuft? Eine große Flasche stilles Wasser, einen Kaffee mit Hafermilch, vorzugsweise bereits kalt (pls don't judge me), richtig leckere Snacks, die viel Energie liefern für die Pausen, um die Konzentration während der Aufnahme halten zu können und nette Menschen im Tonstudio um mich herum. Gibt es technische Details oder Studio-Rituale, ohne die du nicht arbeiten möchtest? Ich glaube, besagter kalter Kaffee während der Aufnahme ist da fürchte ich schon alles, was ich hier als Ritual aufzählen kann. Vielleicht kann ich diesen noch um ein gutes Frühstück vor Aufnahmebeginn erweitern. Auf die Gefahr hin, dass ich wie ein Hobbit klinge, aber gut gegessen zu haben vor der Aufnahme ist das beste Ritual, um im Studio lange durchhalten zu können. Wie gehst du mit Versprechern oder schwierigen Passagen um? Bei Versprechern, ärgere ich mich meist grün und blau, obwohl das eigentlich Quatsch ist, weil sie einfach zur Arbeit dazugehören. Niemand liest vor, ohne sich mal zu verhaspeln und an dieser Stelle bin ich immer sehr dankbar für den Schnitt, der die Hörbücher dann zu einem fehlerfreien Hörgenuss werden lässt. Wenn Passagen richtig schwierig sind, dann übe ich sie in der Vorbereitung ausgiebig, indem ich sie mir selbst laut mehrfach vorlese. Das ist aber leider keine Garantie dafür, dass man sich im Studio dann nicht verspricht, vor allem nicht, wenn man schon ein paar Stunden in der Aufnahme sitzt und diese Passage nicht das Erste ist, was man an dem Tag spricht. Was wünschst du dir, das Hörer:innen über Hörbücher wissen oder fühlen, wenn sie deine Stimme hören? Ich glaube, das absolut schönste für mich wäre es, wenn die Hörer:innen beim Hören meiner Hörbücher komplett in die Geschichten eintauchen könnten. Ich gebe mir immer die größte Mühe damit, die Welten in den Geschichten, die ich erzählen darf, lebendig werden zu lassen und wenn das auch bei den Zuhörer:innen so ankommt, wäre ich wirklich sehr glücklich. Für alle, die auch gerne einmal professionell sprechen möchten: Braucht man deiner Meinung nach eine „besondere“ Stimme, oder etwas ganz anderes? Ich glaube ehrlicherweise ist eine besondere Stimme ganz egal, wirklich, oder maximal so etwas wie ein netter Bonus. Was man als besonders empfindet, ist ja auch komplett subjektiv. Viel wichtiger ist eine belastbare Stimme, wenn man damit den ganzen Tag arbeiten möchte und vor allem die Fähigkeit, nur durch Sprache Emotionen glaubhaft zu transportieren. Man benötigt ein sehr gutes Textverständnis, muss ein Gefühl dafür haben, wie man verschiedene Genres greift und muss dialekt- und akzentfrei sprechen können. Das alles in Kombination lernt man, finde ich, am besten an einer Schauspielschule. Geschichten erzählen ist ein Handwerk, das man lernen kann, die Stimme ein Instrument, das man trainieren kann, und wenn man in diesen Grundlagen gut ausgebildet ist, liegt das besondere der Stimme vielleicht nicht in dem erstmal offensichtlichen, wie ein schöner Klang, sondern z.B. vielleicht in einer hohen Wandelbarkeit, oder einer großen Glaubwürdigkeit. Wenn ich hier so darüber nachdenke, steht einem der Wunsch "eine besondere Stimme haben zu wollen" vielleicht sogar eher im Weg, um das Wesentliche zu lernen, was es für das Handwerk braucht, weil man sich damit definitiv auf die falschen Dinge konzentriert. Autorin des Blogartikels. Lena von #TeamLYX. Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.

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