
Am 19. Mai erscheint mit Fever Dream endlich der neue Roman von Elsie Silver bei uns! Wir zählen schon die Tage und sind mehr als bereit für ihre nächste Geschichte. Nach ihren bisherigen Büchern, die uns mit starken Figuren, und genau der richtigen Portion Gefühl überzeugt haben, dürfen wir uns diesmal auf eine Cowboy Romance freuen, die garantiert wieder für Herzklopfen sorgt. In Fever Dream entführt uns Elsie in eine Welt voller Leidenschaft, Spannung und genau den Dynamiken, die wir an ihr so lieben. Im Interview mit uns spricht sie über die Idee hinter der Geschichte, ihre Figuren und ihren Schreibprozess – also unbedingt dranbleiben! 👀✨. Als aller Erstes: OMG, aus der ROSE HILL-Reihe und der CHESTNUT SPRINGS-Reihe werden Fernsehserien!!! Wie fühlt sich das an? Absolut surreal. Ich bin unfassbar aufgeregt und einfach nur dankbar für all diese Möglichkeiten. Ich kann es kaum erwarten, diese Geschichten on screen zum Leben erwacht zu sehen! Reality-Dating-Shows und Western-Vibes sind eine ziemlich unerwartete Mischung! Wie kam es zu dieser Idee, und hattest du beim Schreiben bestimmte Shows oder Szenen im Kopf? Vor Jahren habe ich eine Fernsehserie namens „UnREAL“ gesehen. Sie handelte von einer Dating-Show und begleitete vor allem eine Produzentin während ihrer Zeit am Set. Es gab Romanzen … aber nicht auf eine befriedigende Art. Alles war chaotisch und toxisch (und trotzdem unterhaltsam!), ohne ein echtes Happy End. Ich fand die Serie toll, aber nicht das Ende – und das brachte mich dazu, über all die möglichen Wege nachzudenken, wie so eine Geschichte auch verlaufen könnte . Von da an hat mein Hirn die Idee einfach weitergesponnen. Hast du eine Lieblings- Dating -TV-Show? Ehrlich gesagt schaue ich nicht regelmäßig Reality-Dating-Shows. Ich bin in der Zeit aufgewachsen, als „The Bachelor“ richtig groß wurde, und habe damals die ersten Staffeln gesehen. Außerdem war ich ein großer Fan von den Serien „Laguna Beach“ und „The Hills“, als diese beliebt waren. Für die Recherche zu diesem Buch habe ich dann aber doch einige Formate geschaut, darunter auch eine kanadische Show namens „Farming for Love“, in der mehrere Farmer auf ihrer Dating-Reise begleitet wurden. Die fand ich besonders cool, weil ich alle Drehorte wiedererkannt habe! Viele Leser:innen sagen, dass sich deine Geschichten nach zu Hause anfühlen. Was macht für dich persönlich das Herz einer guten Small-Town-Romance aus? Eine traumhafte, lebendige Kulisse, in der man sich leicht reinversetzen kann, zusammen mit einer starken Nebenfiguren-Besetzung oder einer eng verbundenen Familiengruppe. Das Gefühl, man würde dort gerne leben und mit diesen Menschen befreundet sein wollen, ist unglaublich tröstlich. Welche Aspekte an Fever Dream begeistern dich besonders? Ich liebe gute Wortgefechte in Liebesromanen, und Emmett und Julia liefern davon reichlich! Aber ich liebe auch einfach die sehnsuchtsvolle Spannung zwischen den beiden. Für sie steht so viel auf dem Spiel, und die Konsequenzen sind so real, dass es einfach UNGLAUBLICH befriedigend ist, wenn sie schließlich doch nachgeben. Gibt es eine bestimmte Szene in Fever Dream, die dir beim Schreiben besonders nahegegangen ist? Ich denke an die Szene in der Kneipe, in der Julia sich Emmett gegenüber wirklich öffnet und einen Schluck von seinem Drink nimmt. Das ist subtil, aber sehr symbolisch – ein Wendepunkt in ihrer Beziehung, an dem beide ein wenig von ihren Gefühlen füreinander überwältigt sind. Wenn Emerald Lake ein echter Ort wäre, was würden wir dort auf keinen Fall verpassen dürfen? Gibt es Lieblingsorte, die du mit dieser Welt verbindest? Ich würde sagen, man müsste unbedingt Julias Spezial-Omelett im Diner probieren und danach eine Wanderung hinauf zum Prickle Point machen! Gibt es reale Orte, die Emerald Lake inspiriert haben? Emerald Lake ist lose von Kelowna in British Columbia, Kanada, inspiriert. Es ist eine Kleinstadt (und ich habe dort tatsächlich einmal gelebt!), eingebettet in ein unglaublich malerisches Tal. Ich würde definitiv einen Besuch empfehlen, falls ihr mal in Kanada seid! Last but not least: FEVERDREAM in drei Worten? All the feels. Autorin des Blogartikels. Lena von #TeamLYX. Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.

Revolve von Bal Khabra ist ja das erste LYX-Buch, welches du übersetzt hast. Wie war das für dich? Ich habe mich damals total über die Anfrage von LYX gefreut, war gleichzeitig aber auch ein wenig nervös, weil es sich bei REVOLVE um den dritten Band einer Reihe handelt und die ersten beiden Bände von einer anderen Übersetzerin übernommen wurden. Ich habe die ersten beiden Bücher aber von meiner Lektorin zugeschickt bekommen und konnte mich so vorher in den Stil einlesen. Die Arbeit an REVOLVE hat mir viel Freude bereitet, weil es so viele schöne Momente zwischen den Figuren gibt, die mir beim Übersetzen richtig ins Herz gegangen sind. Was ist etwas, was man nur versteht, wenn man professionell übersetzt? Deutsch ist nicht gleich Deutsch – in Bayern benutzt man Redewendungen oder Begriffe, die man in Berlin gar nicht kennt. Ich selbst komme aus Düsseldorf und habe viele Jahre am Niederrhein gelebt. Beim Übersetzen muss ich aufpassen, dass mein persönlicher Sprachgebrauch nicht zu sehr durchscheint. Es macht eben einen Unterschied, ob eine Figur eine Knifte, eine Stulle oder einfach ein Butterbrot isst. 😄 Wenn du eine Szene mit viel Spice übersetzt: wie gehst du daran heran, damit sie im Deutschen genauso wirkt wie im Original? Genau das ist der springende Punkt – die Wirkung. Beim Übersetzen geht es mir in erster Linie darum, Stimmung, Erzählhaltung und Figurendynamik des Originals treffend zu übertragen. Die reine Wortebene ist da meistens zweitrangig. Gerade bei Spice muss ich mich oft vom Ausgangstext lösen , damit es für Lesende sinnlich ist. Das Englische ist bei der Beschreibung von Körperteilen z. B. sehr viel genauer und kleinteiliger als das Deutsche. Wenn ich da nah am Original bleibe, kann es für Lesende schnell unübersichtlich werden. Außerdem klingen vulgäre Begriffe im Deutschen meistens viel härter. Da ist dann ganz viel Feingefühl gefragt , damit man die Figuren nicht ungewollt abwertet. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich vor der Übersetzung der ersten Spice-Szene Rücksprache mit meiner Lektorin gehalten und mich mit ihr gemeinsam auf einen Stil geeinigt. Und ich hatte ja die beiden Vorgänger-Bände, an denen ich mich orientieren konnte. Gibt es Wörter oder Formulierungen im Englischen, die sich im Deutschen nur schwer einfangen lassen? Hast du ein Beispiel, bei dem du richtig tüfteln musstest, bis es gepasst hat? Alles, was in Richtung „Banter“ geht, wird schnell kniffelig. Bei REVOLVE gab es im englischen Original zum Beispiel eine Stelle, wo Dylan zu Sierra so etwas sagt wie: „I like it when you have your way with me“. Ich stand total auf dem Schlauch, bis meine Lektorin einen richtig guten Vorschlag gemacht hat („Ich mag es, wenn du mich dir gefügig machen willst“), der total zur Situation gepasst hat. Noch herausfordernder ist es, wenn Wortspiele verwendet werden. Da bin ich jedes Mal sehr erleichtert, wenn ich ein deutsches Äquivalent finde, weil es wirklich schade es, wenn so etwas in der Übersetzung verloren geht. Beim Übersetzen von Romance geht es oft stark um Stimmung und Chemie zwischen den Figuren. Woran merkst du, dass eine Szene im Deutschen funktioniert? Ich mache in der Regel drei Übersetzungsdurchgänge, bevor ich einen Text zum Lektorat schicke. Beim dritten Durchgang lege ich das englische Original weg und lasse den deutschen Text als solchen auf mich wirken. Spätestens da stelle ich dann fest, ob ein guter Lesefluss entsteht oder ob es an einigen Stellen noch knirscht – das merke ich daran, dass ich beim Lesen selbst über manche Sätze stolpere. Wo auch immer das der Fall ist, gehe ich noch ein letztes Mal drüber und tüftele so lange herum, bis es mir gefällt. Und wenn ich beim Lesen meiner Übersetzung selbst lächeln muss, weiß ich, dass es passt. 😊 Wenn Leser:innen ein übersetztes Buch lesen, was würde sie überraschen, wenn sie wüssten, wie viel Arbeit und Entscheidungen hinter einzelnen Sätzen stecken? Man muss beim Übersetzen wirklich so viele Entscheidungen treffen! Das fängt damit an, dass man überlegt, ob Figuren sich jetzt Duzen oder Siezen (das Englische macht es sich da ja sehr leicht), oder dass man als Übersetzerin plötzlich das Gender einer Figur festlegen muss, die im englischen Text nur als „coach“ oder „lawyer“ auftritt. Auch die Frage, für welche Begriffe man deutsche Äquivalente sucht und welche man einfach auf Englisch stehen lässt (gerade im amerikanischen College-Kontext), ist immer wieder knifflig. Für REVOLVE habe ich außerdem sehr viel Zeit damit verbracht, Eishockey-Regeln und Eiskunstlauf-Begriffe zu recherchieren. Dialoge sind ebenfalls immer eine Herausforderung! Gerade hier drücken sich die Eigenschaften einer Figur aus. Beim Übersetzen von mündlicher Rede ist es nicht immer leicht, den richtigen Ton zu treffen. Man fragt sich ständig: „Sagt man das so?“; oder: „Würde diese Figur so reden?“. Da spielt so viel mit rein: die Generation , der Sprachkontext , das Verhältnis zwischen den Figuren, der soziale Hintergrund , das Setting und so weiter und so fort. Zum Schluss: Liest du selbst eher übersetzte Bücher oder das englische Original? Eine Zeit lang habe ich fast ausschließlich auf Englisch gelesen. Ich lese inzwischen aber auch wieder mehr Übersetzungen, um meine Kolleg:innen zu unterstützen – und um mich inspirieren zu lassen. Es ist wichtig, im Englischen fit zu bleiben, aber Deutsch ist und bleibt meine Arbeitssprache. Autorin des Blogartikels. Lena von #TeamLYX. Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.

Am 02.03. erscheint mit Novel Haven – Sound of Dreams der Abschlussband der Reihe von Anabelle Stehl. Und mit ihm schließt sich ein Projekt, das weit über die Buchseiten hinausgewachsen ist. Denn Novel Haven gibt es inzwischen nicht nur als Buch, sondern auch als Spiel in derselben liebevollen Pixeloptik, die viele von euch schon vom Cover und den Stickerbögen kennen. Gemeinsam mit @skycatgames ist ein kostenfreies Game für Steam entstanden, das die Atmosphäre der Reihe noch einmal ganz anders erlebbar macht. Für uns fühlt sich das immer noch ein bisschen unwirklich an. Grund genug, mit dem Pixelartist Sebastian zu sprechen, der diese cozy Welt visuell geprägt und das Spiel mitentwickelt hat! 🎮 Und wir würden nicht von Novel Haven sprechen, wenn das Interview nicht buchgetreu auch von unseren Pixel-Charakteren aus Sebastians Feder geführt worden wäre. Aus den Chats mit Sebastian. Alle Bücher aus der Reihe. Let's Play Novel Haven together. Passend zum Release gibt es natürlich auch ein gemeinsames Let’s Play. Am Mittwoch um 18 Uhr geht Anabelle auf ihrem Twitch-Kanal live und nimmt euch mit durch Novel Haven. Ob ihr zuschaut, Fragen stellt oder parallel selbst ins Spiel startet – wir freuen uns auf einen gemütlichen Release-Abend mit euch. Den Link zu Anabelles Kanal findet ihr in unseren Stories. Mit Sound of Dreams findet die Geschichte von Novel Haven ihren Abschluss, aber die Welt lassen wir noch nicht ganz los. 🥹 Auch dank Sebastian, der mit seiner Pixel Art so einen einzigartigen Look in diese Welt gebracht hat. Zu sehen, wie aus Cover-Elementen, Farbpaletten und kleinen Details eine spielbare Version von Novel Haven entstanden ist, fühlt sich immer noch ganz besonders an. Dass in dem Spiel auch so viele Easter Eggs aus der LYX-Welt auftauchen, ist uns eine riesige Ehre. Vielleicht entdeckt ihr beim Spielen ja auch die ein oder andere Überraschung, die euch bekannt vorkommt?! 👀💕. Autorin des Blogartikels. Lena von #TeamLYX. Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.

Erinnerst du dich noch an dein erstes Hörbuch bei LYX? Welches war das und ist dir da etwas Besonderes im Gedächtnis geblieben? Auf jeden Fall erinnere ich mich daran! Das erste Hörbuch für LYX war "Lessons in Forgiving" von Selina Mae. Ich mochte den Humor der Geschichte sofort und hatte großen Spaß daran, die durchsetzungsstarke und quirlige Protagonistin Paula zum Leben zu erwecken. Mir ist vor allem die gute Stimmung im Tonstudio während der Aufnahmen und drum herum in Erinnerung geblieben. Ich habe dort das erste Mal, jenseits von E-Mails, Gesichter zu den Menschen bei LYX bekommen und alle waren unglaublich nett! Das hat meine ersten Aufnahmetage hinter der berühmten blauen Tür des Tonstudios wirklich ganz besonders schön gemacht. Mittlerweile besitze ich sogar ein von Selina Mae signiertes Exemplar des Buches in meinem Bücherschrank, das mich immer an dieses erste Projekt erinnert. Hörst du dir deine eigenen Hörbücher nochmal an, sobald sie fertig sind? Tatsächlich nicht. Wenn Zeit ist, mache ich gerne so etwas wie eine Qualitätskontrolle. Ich höre mir dann auszugsweise ein paar Stellen aus meinen Hörbüchern an, um meine Leistung einzuschätzen und mich eventuell noch irgendwo verbessern zu können. Das zählt für mich aber zur Arbeit. In meiner Freizeit höre ich eher Geschichten, die von anderen Menschen und mittlerweile teils sogar von sehr liebgewonnenen Bekanntschaften aus der Branche gesprochen wurden. Das ist wirklich ein ganz tolles Erlebnis und fühlt sich manchmal wie eine extra lange Sprachnachricht von Freunden an. Gibt es ein LYX-Hörbuch, das dir besonders nahe gegangen ist und warum? Nahe gegangen im Sinne von "Oh mein Gott, es war so spannend, ich war so voll dabei!" - Ja! Und zwar war das definitiv "Bitten" von Jordan Stephanie Gray. Ich weiß noch, dass ich bei der Vorbereitung zu diesem Hörbuch im Frühjahr 2025 auf meinem Balkon saß und dachte: "Cool, das gibt mir voll die Twilight-Vibes" und im Tonstudio gab es dann kein Halten. Dieses Buch ist so voller Action und Emotionen, dass mich die POV der Protagonistin beim Erzählen gepackt, mitgerissen und nicht mehr losgelassen hat. Diese Geschichte zu erzählen hat wirklich ganz besonders viel Spaß gemacht und war so atmosphärisch, dass sich die Szenen für mich teils so angefühlt haben, als wäre ich wirklich gerade live dabei, wie ich vor Werwölfen fliehe und um meine beste Freundin bange. Hast du ein LYX-Lieblingshörbuch von dir? Wenn ja, welches? Nach meiner begeisterten Antwort auf die vorangegangene Frage vermutlich keine Überraschung: "Bitten" von Jordan Stephanie Gray. Wie gehst du mit emotional intensiven Szenen um? Gute Frage! Schwer eindeutig zu beantworten. Grundsätzlich ist mein Ansatz, aus meinem Schauspiel-Background heraus: Ich erzähle die Geschichte, also kontrolliere ich die Emotionen, die ich transportiere. Ich beeinflusse, ob der Text in meiner Lesung heiter, traurig oder beispielsweise wütend gefärbt ist und habe darüber als Erzählerin - eine Position, in welcher ich ja eine große Verantwortung trage - immer den Überblick. Im besten Falle spült mich eine Emotion nicht davon, sondern ich nehme sie wahr und nutze sie, um die Geschichte authentisch zum Leben zu erwecken. Das Gleiche gilt für mich auf der Bühne, im Film oder bei Synchronisationen. Aber ich wähle hier bewusst die Formulierung "im besten Fall", denn es ist mir auch schon passiert, dass mir eine Erzählung SO UNFASSBAR nahe gegangen ist, dass ich die Tränen im Studio nicht zurückhalten konnte. Ich mache, wenn die Emotionen mich übermannen, an solchen Stellen dann eine kleine Pause und versuche mich wieder zu fangen, denn eine Erzählung die bewegt, ist meiner Meinung nach das Tollste was es gibt, ein zu bewegter Erzähler/eine zu bewegte Erzählerin jedoch nicht. Aber das ist nur meine Auffassung davon. Besonders froh bin ich auf jeden Fall über die Menschen, mit denen man im Tonstudio bei den Aufnahmen zusammenarbeitet und die mit einem auch schon mal gemeinsam ein Tränchen verdrücken! Wie bereitest du dich auf ein neues Hörbuch vor, bevor du ins Studio gehst? Sehr gründlich. Ich lese die Geschichte mindestens einmal vorab und mache mir Notizen im Skript. Diese beinhalten alles Mögliche, z. B. markiere ich, wer genau spricht in unterschiedlichen Farben, oder wann ich die Stimme hebe und wann senke, an welchen Stellen ich auf keinen Fall absetzen darf, um Luft zu holen, damit die Sinnhaftigkeit des Satzes nicht verloren geht. Außerdem notiere ich, wenn mir Wörter neu sind, ihre Bedeutung und natürlich ihre Aussprache, oder mache mir für letzteres eine kleine Sprachnotiz, um sie im Studio abspielen zu können. Mein Lieblingsteil in der Vorbereitung ist immer, wenn ich mir für die Stimmung der Charaktere in einer wörtlichen Rede kleine Smileys mit der passenden Emotion zum Satz daneben male. :) Wie findest du die richtige Stimme für die Figuren, besonders bei Dialogen? Das kommt meistens ganz von allein. Oft werden die Charaktere ja in der Geschichte an irgendeiner Stelle beschrieben. Diese Beschreibungen sammle ich raus und weiß dann meist ziemlich schnell, wie die Stimme für mich klingen soll. Für den Feinschliff in der Sprache laufe ich aber auch schon mal mit mir selbst redend durch meine Wohnung, oder führe auf der Autofahrt zum Tonstudio rege Selbstgespräche in Character, um mir die unterschiedlichen Stimmen kurz vor der Aufnahmen noch mal genau in den Kopf zu rufen, damit auch bei Dialogen ganz klar ist, wer gerade das Wort hat. Was braucht es für dich, damit eine Aufnahme richtig gut läuft? Eine große Flasche stilles Wasser, einen Kaffee mit Hafermilch, vorzugsweise bereits kalt (pls don't judge me), richtig leckere Snacks, die viel Energie liefern für die Pausen, um die Konzentration während der Aufnahme halten zu können und nette Menschen im Tonstudio um mich herum. Gibt es technische Details oder Studio-Rituale, ohne die du nicht arbeiten möchtest? Ich glaube, besagter kalter Kaffee während der Aufnahme ist da fürchte ich schon alles, was ich hier als Ritual aufzählen kann. Vielleicht kann ich diesen noch um ein gutes Frühstück vor Aufnahmebeginn erweitern. Auf die Gefahr hin, dass ich wie ein Hobbit klinge, aber gut gegessen zu haben vor der Aufnahme ist das beste Ritual, um im Studio lange durchhalten zu können. Wie gehst du mit Versprechern oder schwierigen Passagen um? Bei Versprechern, ärgere ich mich meist grün und blau, obwohl das eigentlich Quatsch ist, weil sie einfach zur Arbeit dazugehören. Niemand liest vor, ohne sich mal zu verhaspeln und an dieser Stelle bin ich immer sehr dankbar für den Schnitt, der die Hörbücher dann zu einem fehlerfreien Hörgenuss werden lässt. Wenn Passagen richtig schwierig sind, dann übe ich sie in der Vorbereitung ausgiebig, indem ich sie mir selbst laut mehrfach vorlese. Das ist aber leider keine Garantie dafür, dass man sich im Studio dann nicht verspricht, vor allem nicht, wenn man schon ein paar Stunden in der Aufnahme sitzt und diese Passage nicht das Erste ist, was man an dem Tag spricht. Was wünschst du dir, das Hörer:innen über Hörbücher wissen oder fühlen, wenn sie deine Stimme hören? Ich glaube, das absolut schönste für mich wäre es, wenn die Hörer:innen beim Hören meiner Hörbücher komplett in die Geschichten eintauchen könnten. Ich gebe mir immer die größte Mühe damit, die Welten in den Geschichten, die ich erzählen darf, lebendig werden zu lassen und wenn das auch bei den Zuhörer:innen so ankommt, wäre ich wirklich sehr glücklich. Für alle, die auch gerne einmal professionell sprechen möchten: Braucht man deiner Meinung nach eine „besondere“ Stimme, oder etwas ganz anderes? Ich glaube ehrlicherweise ist eine besondere Stimme ganz egal, wirklich, oder maximal so etwas wie ein netter Bonus. Was man als besonders empfindet, ist ja auch komplett subjektiv. Viel wichtiger ist eine belastbare Stimme, wenn man damit den ganzen Tag arbeiten möchte und vor allem die Fähigkeit, nur durch Sprache Emotionen glaubhaft zu transportieren. Man benötigt ein sehr gutes Textverständnis, muss ein Gefühl dafür haben, wie man verschiedene Genres greift und muss dialekt- und akzentfrei sprechen können. Das alles in Kombination lernt man, finde ich, am besten an einer Schauspielschule. Geschichten erzählen ist ein Handwerk, das man lernen kann, die Stimme ein Instrument, das man trainieren kann, und wenn man in diesen Grundlagen gut ausgebildet ist, liegt das besondere der Stimme vielleicht nicht in dem erstmal offensichtlichen, wie ein schöner Klang, sondern z.B. vielleicht in einer hohen Wandelbarkeit, oder einer großen Glaubwürdigkeit. Wenn ich hier so darüber nachdenke, steht einem der Wunsch "eine besondere Stimme haben zu wollen" vielleicht sogar eher im Weg, um das Wesentliche zu lernen, was es für das Handwerk braucht, weil man sich damit definitiv auf die falschen Dinge konzentriert. Autorin des Blogartikels. Lena von #TeamLYX. Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.