
Am 5. Oktober ist es endlich so weit: Mit DAGGERMOUTH von H. M. Wolfe erscheint einer der Titel, auf die wir uns in diesem Herbst ganz besonders freuen. Euch erwartet eine düstere Dystopie voller Geheimnisse, Rebellion und verbotener Gefühle, die uns in die Welt von New Found Haven entführt. Eine Stadt, die in Ringe aus Reichtum und Elend geteilt wird, beherrscht von einer maskierten Elite. Mittendrin begegnen sich Shadera und Greyson, die eigentlich auf unterschiedlichen Seiten stehen.
Ebenso atmosphärisch wie die Geschichte selbst ist die Illustration, die Line von @palinlineart für uns angefertigt hat. Sie fängt die düstere Stimmung von New Found Haven ein und steckt voller kleiner Details, bei denen es sich lohnt, genauer hinzusehen. Deshalb wollten wir unbedingt wissen, wie dieses Artwork eigentlich entstanden ist. Wir haben mit der Illustratorin gesprochen und sie nach ihrem kreativen Prozess, der Arbeit an DAGGERMOUTH und den Details gefragt, die ihr beim Betrachten vielleicht noch gar nicht entdeckt habt. 👀
Düster, geheimnisvoll und einfach perfekt für die Welt von DAGGERMOUTH: Die Innenklappenillustration bringt Shadera und Greyson mitten nach New Found Haven und spielt dabei auch mit den Gegensätzen der dystopischen Stadt. Je länger wir sie anschauen, desto mehr Details entdecken wir. Genau deshalb wollten wir unbedingt wissen, wie sie entstanden ist!

Normalerweise startet der Weg bei mir immer auf Pinterest, da habe ich zig Bilder (und Memes) gepinnt, die mir als grobe Inspiration für Farbpaletten, Posen oder auch Vibes dienen. Genaue Posen erstelle ich manchmal mit MagicPoser oder DAZ3D, die mir dann als direkte Referenz für z.B. Blickwinkel dienen. Der Rest passiert, während ich an dem Artwork arbeite: Es ist seeeehr trust-the-process. Manchmal skizziere ich die Posen erst und füge darunter Grundfarben ein, die dann zusammen ausgearbeitet werden. Und manchmal überspringe ich das Skizzieren komplett und starte direkt mit den Farben. Bei der Ausarbeitung habe ich Pinterest auch oft im Split-Screen oder auf meinem Laptop auf, weshalb ich dann mitten im Prozess auch gerne eine Kurve mache, wenn mir plötzlich einfällt „wait, was ist, wenn ich hier noch ein Detail einfüge oder da die Pose ändere, um die Dynamik zwischen den Charakteren zu ändern?“. Das ist immer so ein Hin und Her bei mir und die ersten Ideen, die ich zu Beginn hatte, werden immer erweitert.
Wenn ich ein Manuskript für ein Projekt bekomme, lese ich es immer – oder zumindest einen Teil. Ich finde es wichtig, zu verstehen, wie die Charaktere so sind, wie sie sich verhalten und mit anderen interagieren. Das ist insbesondere bei einer Illustration mit mehreren Charakteren wichtig. Natürlich brauche ich vorher trotzdem ein Briefing, um zu wissen, worauf ich achten muss. Aber das Briefing, finde ich, gibt mir selten genug Infos, dass ich die Charaktere so verstehen kann, wie als wenn ich das Buch tatsächlich gelesen habe. Deswegen ist für mich persönlich das Lesen von Szenen oder des ganzen Buches sehr wichtig. Dazu macht es mir auch noch Spaß, kleine Details einzubringen, die die Fans der Bücher verstehen könnten.
Die Gesichtsausdrücke finde ich da unglaublich wichtig. Deswegen lese ich die Bücher auch gerne im Voraus, um zu wissen, wie die Charaktere in der Situation theoretisch reagieren würden. Die Illustrationen, an denen ich am liebsten arbeite, sind die, die eine Beziehungs-Dynamik „metaphorisch“ visualisieren. Zum Beispiel habe ich mal die Charaktere aus dem Buch Alchemised von SenLinYu oder The Jasad Heir von Sara Hashem in dieser Weise illustriert, die diese Couple Dynamic darstellen, indem der Fokus auf die Gesichtsausdrücke und Handgestiken gelegt wird – da setze ich auch künstlerisch einen Fokus, indem die Gesichter besonders fein ausgearbeitet sind, während der Rest des Bildes, etwa die Kleidung oder der Hintergrund, bei genauer Betrachtung eher grob bleibt
Danke :) Ich arbeite sehr gerne mit grungigen, dunklen Paletten (ich mag auch Pastell gerne, aber das hat hier obviously nicht so gepasst), und hier unterstützt es den dystopischen Charakter der Story wirklich sehr. Gleichzeitig fand ich in dem Buch den Kontrast zwischen dem leuchtenden, futuristischen Kern der Stadt und dem nicht-so-leuchtend dystopischen äußeren Rand der Gesellschaft sehr interessant. Eine dystopische Geschichte ist natürlich oft düster und ebenso ist Daggermouth eine Story, die die Spannung zwischen dem unterdrückenden Regime und den Unterdrückten aufgreift. Das habe ich simplifiziert in der Farbpalette aufgegriffen: leuchtende Apartments und Hochhäuser im Hintergrund, düsterer, blutiger Raum im Vordergrund. Die Szene eignet sich in dem Sinn auch sehr gut für diesen Farbkontrast. (Ich interpretiere immer gerne sehr viel in meine Illustrationen hinein, wie man merkt.)
Das kommt immer total auf das Medium an, zu dem die Illustration gehört. Zum Beispiel liebe ich es, bei Geschichten mit kultureller und/oder historischer Inspiration an Accessoires sowie Landschaften zu arbeiten (Shoutout an This Woven Kingdom). Ansonsten sind für mich generell immer Gesichter der liebste Teil, deswegen kostet er mich meistens auch so viel Zeit. Auch der Teil, wenn eine Illustration fast fertig ist, und ich zig Overlays über das gesamte Bild lege, um ihm eine Textur oder ein besonderes Leuchten zu verleihen, macht mich immer sehr happy.
Ich glaube, am ehesten würde man meinen Stil mit dunklen, grungigen Farben verbinden, speziell einem schwarzen Hintergrund, weil ich da immer wieder hin zurückkehre. Da kann man leuchtende Akzent besonders gut setzen und ebenso finde ich, dass man die Texturen da eher sieht. Ich entscheide mich eigentlich bei jeder Illustration zwischen zwei Wegen: Dunkle Farbpalette oder Pastellfarben (weil whimsical). Also sind das für mich natürlich die Farben, die immer irgendwie da sind.
Ich glaube eher, dass es viele Arbeitsschritte gibt, die oft überschätzt sind, und erst als ich das für mich herausgefunden habe, konnte ich mich auf Teile im Prozess fokussieren, die für mich wichtig sind. Zum Beispiel habe ich am Anfang sehr viel Zeit in die Ausarbeitung von Kleidung gesteckt (was mir leider oft nicht sehr viel Spaß gemacht hat). Natürlich kann die Kleidung im Mittelpunkt einer Illustration stehen. In meinem Fall war es aber eher „Overrendering“, also eine Ausarbeitung, die für das Gesamtbild gar nicht nötig war.
Stattdessen habe ich angefangen, eher einen Fokus auf Farb-Gesten zu legen. Sprich, ich arbeite eher mit gut gewählten Farben und groben Farbstrichen, denn Betrachtende sehen das Bild als Ganzes. Da reicht schon die Andeutung einer Naht oder Falte durch die einfache Wahl eines helleren oder dunkleren Farbstriches, die einen Schatten oder eine Erhebung andeutet. Das Auge ergänzt den Rest automatisch und ich glaube, das Konzept wird oft unterschätzt. Gleichzeitig wandert das Auge bei meinen Bildern oft sofort auf die Hände oder das Gesicht bzw. die Mimik, weshalb ich da eben auch am meisten Zeit verbringe. :)
Shadera ist für mich ein sehr besonderer Charakter, was mit an ihren Narben und Tattoos liegt. Wenn man genau darauf achtet, erkennt man, dass manche ihrer tiefen Narben in der Illustration von Schusspatronen sind. Das ist etwas, was ich sonst noch nie illustriert habe. Es ist ein cooles Detail, was Shaderas Charakter definiert, ohne dass man das Buch überhaupt gelesen haben muss.
Mein Tag fängt eigentlich immer damit an, dass ich mir einen Kaffee mache (der eigentlich nichts mehr mit einem Kaffee zu tun hat, weil er zu 90 Prozent aus Milch und Sirup besteht) und damit in der Hand das Gedöns mache, das weniger mit dem Zeichnen an sich zu tun hat: Emails lesen und beantworten, Papierkram bearbeiten und auch Referenzen und Ideen auf Pinterest finden. Ich höre liebend gerne Musik und habe zig verschiedene Playlists, die mich dabei begleiten: von Pop zu R&B über Klassik. Die Playlists höre ich natürlich auch beim Lesen, passend zum Genre. Die Musik, die ich mit einem Buch verbinde, höre ich deshalb auch sehr gerne beim Zeichnen zugehöriger Projekte. Alchemised und Sleep Token sowie The Jasad Heir und The Crane Wives gehören so zum Beispiel in meinem Kopf zusammen und bilden jeweils ein Pärchen. Und wenn ich an einer Illustration zu This Woven Kingdom arbeite, muss mindestens einmal “A Romantic Flight” von John Powell laufen. Natürlich hatte ich bei der Illustration für Daggermouth meine Dystopian Playlist an, die schon seit Jahren besteht (Shoutout an Shatter Me).
Natürlich ist das erste Ziel: „Oha, das‘ ja schick. Das lese ich jetzt mal." Dann Kommentare zu lesen, die genau das sagen, macht mich wirklich happy. Insbesondere dann, wenn man mich in Reviews markiert und schreibt, dass man erst durch Fanart auf das Buch aufmerksam geworden ist, habe ich mein Ziel erreicht. Fanart allgemein ist so eine schöne visuelle Stütze oder eher ein visueller Einstieg in ein Buch. Als Künstler*in kann man so darstellen, wie sich die Welt für einen angefühlt hat, wie die Figuren wirken oder aussehen. Ich kombiniere meine Posts daher sehr gerne mit passender Musik und einem Zitat aus dem Buch, um die Betrachtenden sozusagen genau in meine Position, als ich das Buch gelesen habe, zu stecken (Ich bin ein großer Fan von immersivem Zeug, wie man merkt). Und danach wäre mein eigentliches, geheimes Ziel, dass man sich fragt: „Wo ist die glatzköpfige Version?“
Die kurze Antwort ist: Just keep drawing. Für die lange Antwort gibt’s einen kurzen Throwback zu der Zeit, als ich meine ersten Aufträge erhalten habe: Damals war mein Username noch cardanstailsdraws (das muss erwähnt werden, weil ich den Namen immer noch toll finde) und habe die meiste Zeit damit verbracht, Charaktere aus Büchern zu illustrieren, die ich selbst geliebt habe oder interessant fand. Also zu ungefähr 80 Prozent Aaron Warner aus Shatter Me und zwischendurch auch mal andere Buchcharaktere. Dazu habe ich mich viel mit Leuten aus der Community über (Warner und) Bücher ausgetauscht. Ich habe einfach sehr konsequent das illustriert, was mir persönlich Spaß gemacht hat. Mein erster richtiger Auftrag, zu dem meine Illustrationen abgedruckt wurden, war dann lustigerweise ein Lesezeichen-Set zu der Shatter Me-Reihe (Shoutout an FairyLoot). Manifestieren funktioniert also anscheinend. Und damit kommt auch meine längere Antwort: Malt das, was euch Spaß macht, was euch inspiriert und macht Illustrationen zu Büchern, bei denen ihr Leuten danach ungefragt 20 Minuten lang erklären wollt, warum sie sie lesen müssen. Ich glaube, dass es da auch erstmal wichtig ist, zu erkennen, dass man nichts erzwingen und erstmal seinen eigenen Stil und seine eigenen Präferenzen in der Kunst finden sollte – das macht man am einfachsten mit Übung durch persönliche Projekte, die einem Spaß machen, und Unterstützung in einer Community. Wie gesagt, Fanart als Manifestationsmethode kann ich wirklich nur empfehlen.







Nach diesem Blick hinter die Kulissen freuen wir uns ehrlich gesagt nur noch mehr darauf, DAGGERMOUTH endlich in den Händen zu halten. Denn schon die Illustration gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie atmosphärisch die Welt von New Found Haven wird, und wie viel hinter Shadera und Greyson steckt, das wir auf den ersten Blick vielleicht noch gar nicht erkennen.
Ab dem 5. Oktober könnt ihr selbst in die düstere Welt von DAGGERMOUTH eintauchen und herausfinden, was passiert, wenn ausgerechnet eine Rebellin und der Sohn des Präsidenten aneinandergekettet werden. Denn Shadera hatte eigentlich nur einen Auftrag: Greyson zu töten. Stattdessen sitzt sie nun mitten in dem Regime fest, das sie abgrundtief hasst, und ausgerechnet ihr größter Feind könnte zu etwas werden, das für beide noch viel gefährlicher ist. Wir sind sowas von ready für die Rebellion. 🖤
Er ist ihr Untergang. Sie ist seine Rebellion.
New Found Haven ist in Ringe aus Reichtum und Elend geteilt und wird von einer maskierten Elite beherrscht. Greyson Serel gibt sich als perfekter Sohn des Präsidenten - doch er hütet Geheimnisse, die das System zu Fall bringen könnten. Das letzte, was er jetzt braucht, ist eine arrangierte Ehe mit einer Frau, die ebenso gefährlich wie attraktiv ist. Rebellin Shadera hatte den Auftrag, ihn zu töten. Aber seit ihr Attentat misslang, sitzt sie im Herzen jenes Regimes fest, das sie abgrundtief hasst - festgekettet an ihren größten Feind! Doch was als erzwungene Verbindung begann, wird bald zu einem Spiel aus Misstrauen, Macht und Verlangen, das eine Revolution auslösen könnte. Denn Liebe jenseits des eigenen Rings bedeutet den sicheren Tod!
»DAGGERMOUTH hat mich in seinen Bann gezogen. Dieses Buch hat ALLES, was man sich von einer düsteren Dystopie nur wünschen kann!« Sable Sorensen

Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.
