

Meine Bookie-Schwächen sind aufwändige Farbschnitte, Romantasy & Forbidden Love in Kombination mit Forced Proximity. Monatlich lese ich irgendwas zwischen 5 und 5.000 Seiten.
Du hast eine Idee im Kopf, vielleicht sogar schon die ersten Figuren vor Augen, aber spätestens vor dem leeren Dokument kommt die große Frage: Wie wird daraus eigentlich eine ganze Geschichte? Keine Sorge, den einen richtigen Weg zum fertigen Manuskript gibt es nicht. Manche planen jedes Kapitel im Voraus, andere finden erst beim Schreiben heraus, wohin ihre Geschichte sie führt.
Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die beim Schreiben helfen können. Wir haben deshalb zehn Tipps aus dem LYX-Team gesammelt, die dich von der ersten Idee über deine Figuren bis zur Überarbeitung begleiten!
Der vielleicht schönste Schreibtipp zuerst: Lies so viel du kannst. Bücher helfen dir dabei, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie Geschichten funktionieren. Achte beim Lesen ruhig einmal bewusst darauf, was dir besonders gut gefällt. Welche Dialoge bleiben dir im Kopf? Wann kannst du ein Buch kaum aus der Hand legen? Welche Figuren fühlen sich für dich besonders echt an?
Und Inspiration wartet natürlich nicht nur im Bücherregal. Sie kann genauso gut in einem Song, einem Gespräch, einem Film oder einer völlig alltäglichen Situation stecken.
Der erste Satz muss nicht perfekt sein und das erste Kapitel auch nicht. Gerade am Anfang kann der Anspruch, direkt die endgültige Version schreiben zu wollen, ziemlich bremsen.
Erlaub dir deshalb erst einmal, deine Geschichte aufs Papier zu bringen. Szenen können später verschoben, Dialoge umgeschrieben und ganze Kapitel gestrichen werden. Dafür müssen sie aber erst einmal existieren.
Vielleicht hast du die Idee für eine Figur, aber noch keinen Plot. Vielleicht entsteht beim Hören eines Songs plötzlich eine komplette Szene in deinem Kopf. Inspiration lässt sich nur schwer planen, deshalb lohnt es sich, solche Einfälle direkt festzuhalten.
Das kann ein klassisches Notizbuch sein, eine Notiz auf dem Handy, eine Playlist oder ein Pinterest-Board für die Stimmung deiner Geschichte. Wichtig ist nur, dass du einen Ort hast, an dem all diese kleinen Ideen landen können.
Eine gute Idee ist der Anfang, doch irgendwann kommen beim Schreiben ganz automatisch Fragen auf: Wie baue ich Spannung auf? Wie schreibe ich natürliche Dialoge? Was macht einen Konflikt interessant und wie erschaffe ich Figuren, die sich nicht nur auf dem Papier echt anfühlen?
Gerade hier lohnt es sich, sich mit dem Schreibhandwerk zu beschäftigen. Dabei geht es nicht darum, eine Liste fester Regeln auswendig zu lernen. Schreibtipps sind vielmehr Werkzeuge, aus denen du dir das nehmen kannst, was deiner eigenen Geschichte hilft.
Ein bekanntes Beispiel dafür ist „Show, don’t tell“. Statt zu schreiben, dass deine Figur nervös ist, kannst du ihre Nervosität durch ihre Handlungen zeigen:
„Sie knibbelte an ihrer Nagelhaut und überprüfte zum dritten Mal mit zitternden Händen, ob ihr Handy lautlos gestellt war.“
Eine hilfreiche Frage dabei ist: Könnte eine Kamera diese Szene filmen? Alles, was wir sehen, hören oder beobachten könnten, tendiert zum Showing. Alles, was erklärt oder zusammengefasst wird, eher zum Telling.
Aber auch hier gilt: Telling ist nicht automatisch schlecht. Hintergrundinformationen, Zeitsprünge oder weniger wichtige Ereignisse dürfen zusammengefasst werden. Entscheidend ist, wann du deine Leser:innen einen Moment unmittelbar miterleben lassen möchtest und wann eine kurze Information vollkommen ausreicht.
Plotter oder Pantser? Character-driven oder plot-driven? Vielleicht hast du beim Schreiben schon einmal das Gefühl bekommen, dich für eine dieser Methoden entscheiden zu müssen. Dabei gibt es keinen Ansatz, der für alle funktioniert.
Vielleicht planst du deine Geschichte am liebsten komplett durch, bevor du den ersten Satz schreibst. Vielleicht kennst du nur Anfang und Ende und entdeckst alles dazwischen gemeinsam mit deinen Figuren. Ooooder du landest irgendwo dazwischen.
Probier verschiedene Methoden aus und behalte das, womit du am besten arbeiten kannst.
Spannende Ereignisse allein tragen selten eine ganze Geschichte. Wir wollen wissen, wem sie passieren und warum sie für diese Person wichtig sind.
Bevor du deine Figur also durch das nächste große Drama schickst, lern sie ein bisschen besser kennen. Was möchte sie unbedingt erreichen? Wovor hat sie Angst? Was würde sie niemals zugeben? Welche Schwächen stehen ihr immer wieder im Weg und was hält sie davon ab, ihr Ziel zu erreichen?
Kleine Schreibübung: Wer ist deine Figur?
Nimm dir eine deiner Figuren vor und beantworte ein paar Fragen über sie:
Name, Alter, Herkunft und Beruf
Was sind ihre größten Stärken und Schwächen?
Was ist ihr größter Traum und was ihre größte Angst?
Was macht sie liebenswert? Was macht sie schwierig oder menschlich?
Wofür brennt sie und was hält sie zurück?
Nicht jede Antwort muss später im Buch stehen. Je besser du deine Figur kennst, desto leichter kannst du allerdings einschätzen, wie sie in einer bestimmten Situation handeln würde und vermeidest für die Person untypische Szenen.
Zwei Figuren können genau dieselbe Situation erleben und sie trotzdem völlig unterschiedlich erzählen. Deshalb lohnt es sich, neben dem Plot auch über die Stimme deiner Geschichte nachzudenken.
Aus welcher Perspektive möchtest du erzählen? Wie spricht und denkt deine Figur? Welche Dinge fallen ihr sofort auf und welche würde sie vielleicht gar nicht wahrnehmen? Auch Wortwahl, Satzbau und Dialoge können dazu beitragen, dass sich eine Figur unverwechselbar anfühlt.
Kaum ein Text entsteht in seiner endgültigen Form. Beim Überarbeiten wirst du wahrscheinlich Sätze umstellen, Szenen ergänzen und vielleicht sogar Passagen löschen, an denen du ziemlich lange gesessen hast.
Das gehört zum Schreiben dazu. Oft merkt man erst nach einigen Kapiteln, dass eine Figur anders funktioniert als gedacht oder eine Szene an einer anderen Stelle viel besser aufgehoben wäre. Überarbeiten bedeutet deshalb auf keinen Fall, dass der erste Entwurf schlecht war. Er hat dir überhaupt erst gezeigt, was deine Geschichte braucht.
Ein ganzes Buch zu schreiben dauert und nicht an jedem Tag werden die Wörter gleich leicht kommen. Kleine Routinen können dabei helfen, den Kontakt zur eigenen Geschichte nicht zu verlieren.
Das muss kein tägliches großes Wortziel sein. Vielleicht reservierst du dir eine bestimmte Zeit zum Schreiben, sammelst unterwegs Ideen oder tauschst dich mit anderen Schreibenden aus. Finde eine Routine, die zu deinem Alltag passt und bei der die Freude an deiner Geschichte nicht verloren geht.
Irgendwann steht tatsächlich das Wort „Ende“ unter deinem Manuskript. Nach der Überarbeitung beginnt damit ein ganz neuer Teil des Weges: Wie präsentiert man die eigene Geschichte eigentlich einem Verlag? Was gehört in ein Exposé? Wie schreibt man einen Pitch und was sollte eine Leseprobe zeigen?
Auch diese Dinge gehören zum Weg von der ersten Idee bis zum Buch dazu und müssen nicht von Anfang an perfekt sitzen. Informiere dich in Ruhe über die Anforderungen der Verlage, bei denen du dein Manuskript einreichen möchtest, und bereite deine Unterlagen passend dazu vor.
Du möchtest noch tiefer ins Schreiben einsteigen? In unserem Ratgeber WRITE hat #TeamLYX sein Wissen für angehende Autor:innen gesammelt. Darin geht es um den Schreibprozess und darum, wie aus einem Manuskript Schritt für Schritt ein echtes Buch wird.
Und bis dahin gilt vor allem: Schreib die Geschichte, die du selbst gerne lesen möchtest!
Wie werde ich Autor:in?
Bist du ein:e begeisterte:r Leser:in und hast dich immer schon gefragt, wie du dein eigenes Buch veröffentlichen kannst? Doch wo bekommt man die nötigen Infos rund um die Themen Schreiben, Veröffentlichung und die Verlagswelt gebündelt und aus einer verlässlichen Quelle? In diesem Buch findest du als angehende:r Autor:in nicht nur jeden Schritt vom Schreiben des Manuskripts bis zum fertigen Buch auf einfühlsame und ermutigende Weise erklärt, sondern kannst auch einen Blick hinter die Kulissen eines Verlags werfen. #TeamLYX und unsere Autor:innen liefern zudem hilfreiche Tipps bei Rückschlägen und Schreibblockaden. Wir wollen dir die Angst vorm weißen Blatt nehmen und den Mut geben, endlich die Geschichte zu schreiben, die du erzählen willst!
Das Buch für alle, die das Schreiben lieben - von #TEAMLYX für dich
Mit Beiträgen unserer LYX-Autor:innen: Kara Atkin, Brittainy C. Cherry, April Dawson, Evie Dunmore, Bianca Iosivoni, Mounia Jayawanth, Yvy Kazi, Lena Kiefer, Laura Kneidl, Morgane Moncomble, Kim Nina Ocker, Anne Pätzold, Ava Reed, Anna Savas, Emma Scott, Mehwish Sohail, Sarah Sprinz und Anabelle Stehl.